Der Weltraum...

Ja, ich hab ihn gesehen! Nein, ich rede nicht von Die Ludolfs - der Film, sondern von einer kleinen Außenseiterproduktion namens Star Trek

Ohne zu spoilern, kann ich nur bestätigen, was Simon Pegg im Interview sagte: "Dies ist das Prequel, das sich die Star-Wars-Fans gewünscht hätten".

Jetzt gibt's erst mal den Trailer, danach schreibe ich mehr über den Film. Wenn ihr gar nichts wissen wollt, bitte nicht weiterlesen oder weiterlesen, ohne anschließend die Kommentare vollzuheulen. :)

Ich werde so wenig wie möglich verraten, aber ganz ohne Spoiler wird es nicht gehen.


Zuerst einmal die wichtigste Frage: schneidet Zachary Quinto irgendwelche Köpfe auf, um neue Fähigkeiten zu erlangen? Nein, obwohl sein Spock so perfekt ist, dass man glauben könnte, er habe Nimoy das Gehirn ausgesaugt. Quinto ist Spock; die Mannerismen, der durchgedrückte Rücken, die arrogant wirkende Haltung, die Verletzlichkeit hinter der Fassade und die präzise Aussprache. Es stimmt einfach alles. Näher am Original ist nur noch Karl Urban, dessen McCoy jede Szene beherrscht, in der er auftritt. Das bringt uns natürlich zu Kirk, der zentralen Figur des Films. Chris Pine versucht zum Glück nicht, Shatners unnachahmlichen Schauspielstil zu kopieren, aber trotzdem ist er Kirk, jünger, ungezähmter, (noch) draufgängerischer, aber deutlich erkennbar Kirk.

Die anderen Besatzungsmitglieder (Zoe Saldana als Uhura, deren Vornamen Kirk die ganze Zeit herauszufinden versucht und Anton Yelchin als 17jähriger Chekov, den sein Akzent vor Probleme stellt) sind ebenso gut besetzt. Scotty (Simon Pegg) taucht zwar erst in der Mitte des Films auf und hat recht wenig zu tun, macht seine Sache aber so gut, dass man hofft, im nächsten Film mehr von ihm zu sehen.

Die Nebenrollen sind ähnlich liebevoll besetzt, von Bruce Greenwood als Pike bis zu Winona Ryder als Amanda. Den großen Gastauftritt eines Star-Trek-Schuspielers will ich hier nicht spoilern. Die meisten von euch werden das zwar ohnehin schon wissen, aber es soll nur gesagt werden, dass er toll ist. Die einzige echte Fehlbesetzung ist Ben Cross als Sarek, der in seinen Szenen ein bisschen so aussieht, als habe man ihm einen Phaser in den Hintern gerammt. Die Assoziation liegt aber vielleicht auch daran, dass ich vor kurzem Crank 2 gesehen habe. Wer den Film kennt, wird wissen, was ich meine.

Kommen wir zur nächsten Hauptfigur: der Enterprise. Sie sieht der alten von außen deutlich ähnlicher als von innen und erinnerte mich ein wenig an die aus Star Trek I. Allerdings wirkt sie enger, es ist viel los auf den Gängen, überall bewegt sich etwas. Dadurch wirkt das Schiff auf eine Weise echt, die ich bisher in vielen ST-Filmen und vor allem in den Serien vermisst habe. Der restliche "Look" passt sich der Enterprise an. Er ist glatt, aber nicht gelackt, organisch, ohne schmutzig zu wirken und im Fall von Vulkan bombastisch und unterkühlt, was vor der roten Landschaft übrigens wirklich cool aussieht und eine nette Parallele zum Verhalten der Vulkanier darstellt.

Nachdem wir also geklärt hätten, dass Besatzung und Aussehen super sind, wenden wir uns mal der Handlung zu. Sie wird eindeutig von den Charakteren angetrieben, was auf der einen Seite super ist, auf der anderen jedoch dazu führt, dass man weniger Sorgfalt beim eigentlichen Plot walten lässt und versucht, gewisse Mankos durch Geschwindigkeit auszugleichen. Ich konnte den Film am Premierentag zweimal sehen, morgens in der Presse und abends noch mal mit Publikum, und beim ersten Mal fielen mir zwei extrem unwahrscheinliche Wendungen tatsächlich nicht auf, weil der Film so schnell erzählt ist, dass man schon in der nächsten Szene ist, bevor man über die letzte nachdenken kann. Beim zweiten Mal fielen die... nennen wir es mal... Bequemlichkeiten der Autoren deutlicher auf. Eisplanet + 2 Personen, mehr sage ich dazu nicht.

Aber abgesehen davon ist der Film ungeheuer spannend erzählt und schafft es mit einem simplen Trick, die Kritik der Hardcore-Fans ins Leere laufen zu lassen.

Kurz noch etwas zur Musik: Um 9 Uhr morgens fand ich den Score aufdringlich, abends gefiel er mir richtig gut. Interessant ist, dass es keine Referenzen zu den ST-Filmen oder den Serien gibt, dafür aber jede Menge (auch außerhalb des Soundtracks) zur Originalserie. Das ist sicherlich kein Zufall und macht auch Sinn.

Als letztes muss ich leider noch auf ein Manko eingehen, das mich davon abhält, Star Trek II vom Podest des besten ST-Films aller Zeiten zu stoßen, und das ist der White-Trash-Romulaner, Entschuldigung, Nero (Eric Bana). Er ist der Böse, der zwar eine nachvollziehbare Motivation hat, aber natürlich trotzdem böse und ein wenig irre ist. Wir sollen uns auf die Konfrontation zwischen ihm und unseren Helden freuen, um den Ausgang bangen (okay, nicht wirklich) und uns fragen, wie sie es schaffen sollen, ihn zu besiegen. Das Problem ist nur, dass die Figur nicht bedrohlich wirkt und bis zum Ende blass bleibt. Nero ist kein Khan. Seine Wut ist nicht klar genug, sein Verhalten streckenweise unlogisch und seine Tätowierungen machen es schwer, ihn von seinen ebenfalls kahlköpfigen und tätowierten Helfern zu unterscheiden. Nero ist eine schwache Figur, und Eric Bana gelingt es nicht, mehr aus ihr herauszuholen. Schade. Hätte man Nero soviel Sorgfalt zugestanden wie der Besatzung, wäre der beste ST-Film aller Zeiten dabei herausgekommen. Ja, sogar besser als Final Frontier... okay, kleiner Scherz. Ja, ich weiß, ganz kleiner Scherz. Niemand schlägt den Shatner.

Abgesehen von Meyer.

Und Nimoy.

Und Abrams.

Und sogar Frakes.

Mit einem Film.

Heul! Schluchz! Knaaatsch!

Gestern hab ich endlich den neuen STAR TREK gesehen. Und sorry, Leute - vor allem Claudia -, ich fand ich RICHTIG schlecht. Dabei bin ich Fan und habe mich wirklich drauf gefreut. Das Relaunch fand ich auch notwendig. Die Figuren sind so weit okay, vor allem Pille. Aber: Welcher Hillbilly hat dieses Drehbuch durchgewunken?! Da klaffen ja größere Logiklöcher und Ungereimtheiten drin als in "Mit Schirm, Charme und Melone" und "The Core" zusammen (okay, DER war fies). Das geht vom diesmaligen (gähn) Kniff der Zeitreise - ist grad keine Sonne da, um die wir fliegen können, nehmen wir doch ein Schwarzes Loch, das lässt uns unbeschadet durch und wirft uns in der Zeit zurück - über die Motivation des "Bösen" (haha) - Spock hat meinem Volk helfen wollen, kam aber zu spät, deswegen zerstöre ich jetzt Vulcan und den Rest der Föderation - und falsches Design - welche Auswirkungen auf den Geschmack von Raumschiffdesignern hat eigentlich so eine veränderte Zeitlinie? - bis zu nicht nachvollziehbaren Entscheidungen - Kirk hat mich geärgert, also schießt ihn auf einen von Bestien bewohnten Eisplaneten (also sprach Spock).
Nee, Leute, wer sich von dem irrwitzigen Tempo nicht täuschen lässt - fast alle Personen agieren wie auf Speed und treffen Entscheidungen mit Lichtgeschwindigkeit, die immer funktionieren, egal wie riskant sie sind -, wird feststellen müssen, dass hier ein Drehbuchkäse als Blockbuster serviert wurde. Mich als Trekkie seit den 70ern hat er unendlich enttäuscht. Ja, ja, heul doch. Mach ich auch. Habt ihr den Betreff nicht gelesen?
Ach ja, eins noch, das ich JJ wirklich übel nehme: der Kobayashi-Maru-Test. Legendäres Thema. Wie hätte man das verfilmen können! Aber was ist passiert? Ein blasierter, gelangweilter Kirk stopft sich einen Apfel ins Maul und macht einen auf obercool, während das umgeschriebene Programm die Schutzschilde der Klingonen runterfährt. That's all! Unfassbar! Sagte ich schon, dass ich heule?

Endlich auch gesehen

Gestern war ich endlich auch im Kino und habe den Film gesehen.
Erstmal, wenn die Möglichkeit hat, sollte sich die OV anschauen. Vor allem am Ende ist das Gänsehaut pur. Meine Haare haben sich um gefühlte 10 cm aufgestellt.
Ich muss sagen, ich habe mehr verstanden, als ich Anfangs befürchtet hatte. Das liegt aber auch daran, dass die Darsteller a) sehr deutlich gesprochen haben und b) ich durch das anschauen vieler Voyager-Folgen *duck* im Original sehr viel der Star Trek Sprache in Englisch gewöhnt bin.

Ansonsten kann ich mich dir zu 100% anschließen, Claudia.
Es ist ja eigentlich selten, dass wir so einer Meinung sind, aber hier auf jeden Fall.
Klasse Film, super Darsteller (ok, Nero ein bisschen ausgenommen), Spannung, Action, etwas für die Lachmuskeln (ich sage hier nur Chekov), keine Minute Langeweile.
Ich freu mich, dass ich allen Spoilern aus dem Weg gehen konnte und so das eine oder andere Mal sehr überrascht war.

Mein persönlicher Favorit war Spock!

Lesen gefährdet die Dummheit

Spock oder McCoy?

Da bin ich mir noch nicht ganz sicher, beide waren toll. Ich war zwar ein wenig gespoilert, aber die wesentlichen Sachen konnte ich auch unbedarft genießen. Ich sage nur Uhuras Vorname...

Why are they putting seatbelts in theatres this spring?

....bis auf das letzte Wort passt der alte Werbeslogan auf dem Vorankündigungsplakat zu STAR TREK - THE FINAL FRONTIER hervorragend zu dem Relaunch.
Den von Dir bereits angesprochenen DEUS-EX-MACHINA-Effekt auf dem Eisplaneten fand ich auch eher, na ja, leicht quietschend. Was schade ist - vorher schenkt sich das Script keine einzige Blösse. Angefangen mit der Wahnsinnssequenz bei der Papa Kirk den letzten Weg antritt und dennoch einer Sache "beiwohnen" darf, die eingefleischten Trekkern mit Sicherheit Gänsehaut und die Träne im Knopfloch bescheren dürfte. Allein die Stille des Alls ohne Kampfgeräusche ist unglaublich - seit Brian de Palmas MISSION:IMPOSSIBLE war es in diesen Augenblicken nicht mehr so ruhig im Zuschauersaal.
Eric Bana bleibt - wie schon vor längerer Zeit angesprochen - banal. Es muss einen Grund geben die legendäre Truppe überhaupt zusammenzuführen - er liefert ihn und Schluss. Die persönlichen Differenzen und Kabbeleien zwischen James T. und Konsorten waren immer das Salz in der Suppe und hier kriegen wir genug davon geboten.
Schön auch daß das Quartett (Uhura/Chekov/Sulu/Scotty) hier besser eingebunden wird als in den späteren (filmischen) Abenteuern - und Simon Pegg ist umwerfend. Der geborene Scene Stealer.
Nur die Begegnung kurz vor Schluss von zwei Personen im Hangar fand ich irgendwie nicht so gelungen. Kann nicht wirklich sagen wieso.... (oder anders: könnte schon, will aber hier nicht zuviel spoilern).
Und wenn abschließend die berühmten Worte: "Der Weltraum - unendliche Weiten...." ausgesprochen werden, wünscht man sich sofort, daß es weitergeht - und zwar pronto!
Ohne mir hier - hoffentlich - zuviele Feinde zu machen ;-).... der beste SF-Film nach einer Fernsehserie bleibt für mich in diesem Jahrzehnt weiterhin SERENITY.... aber danach darf sich J.J.Abrams Relaunch gratulieren auf den zweiten Platz des Siegertreppchens einrichten zu können
(Platz 3 bleibt weiterhin unbesetzt - wieso sollte George Lucas dahindürfen?)
Boldly go - to the next cinema!

Kurze Begegnung im Hangar

Ging mir auch so. Mehr will ich hier nicht sagen.

Star Trek 11

Meine Welt geht grad unter. Claudia mag Star Trek. The world has come to an end. ;-)

Grüße aus Kerpen.